St. Maria

Kath. Kirchengemeinde in Ditzingen

Hinter dem Schloss 17
71254 Ditzingen
Die Lesungen werden tagesaktuell von http://www.mein-tedeum.com/ zur Verfügung gestellt:

Heute in Te Deum

Mittwoch · 1. Februar 2023

Stärkt die müden Hände und die wankenden Knie
und macht sichere Schritte mit euren Füßen,
damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer,
sondern vielmehr gesund werde.

Hebräer 12,12–13

Maria Katharina Kasper (1820–1898) stammte aus einer Bauernfamilie im Westerwald. Angesichts der Not, die ihr begegnete, gründete sie zusammen mit vier anderen Frauen einen Verein, der sich der Pflege der Alten und Kranken und der Kinderbetreuung widmete. Mit Gutheißung des Limburger Bischofs entstand daraus die Genossenschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi (»Dernbacher Schwestern«), die 1870 vom Vatikan anerkannt wurde. Sie breitete sich rasch in mehreren europäischen Ländern und in den USA aus. Heute sind noch 600 Schwestern in 87 Niederlassungen weltweit tätig. Maria Katharina Kasper wurde 1978 seliggesprochen. Ihre Heiligsprechung durch Papst Franziskus fand am 14. Oktober 2018 in Rom statt. Im Bistum Limburg wird am heutigen Tag der hl. Katharina mit einem gebotenen Gedenktag gedacht, in der weltweiten Gemeinschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi mit einem Hochfest.

Klaus Harms wurde 1778 in Dithmarschen in einer Bauernfamilie geboren. Er war zunächst Müller, studierte dann Theologie und wurde 1816 nach Kiel berufen. Hier gab er 1817 Luthers 95 Thesen neu erläutert heraus. Sein Kampf gegen den vorherrschenden inhaltsleeren Rationalismus und seine anschaulichen Predigten führten zu einer Erweckung in seiner Gemeinde. Er sammelte einen Kreis von Theologiestudenten um sich; aus dieser Arbeit entstand seine Pastoraltheologie. Ein Augenleiden führte zu seiner Erblindung, sodass er 1849 alle Ämter niederlegen musste. Klaus Harms starb am 1. Februar 1855.

Morgenlob

Herr, öffne meine Lippen.
Damit mein Mund dein Lob verkünde.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

Hymnus

Schon bricht des Tages Glanz hervor.
Voll Demut fleht zu Gott empor,
dass, was auch diesen Tag geschieht,
vor allem Unheil er behüt’.

Er halte uns die Lippen rein,
kein Hader darf uns heut entzwein.
Er mache unser Auge frei
und zeige, was da eitel sei.

Ringt um des Herzens Lauterkeit!
Legt ab des Herzens Härtigkeit!
Des Fleisches Hoffart beugt und brecht!
Und Trank und Speise brauchet recht.

Auf dass, wenn dann die Sonne sinkt
und Dunkel wieder uns umringt,
wir ledig aller Last der Welt
lobsingen dem im Sternenzelt.

Lob dem, der unser Vater ist,
und seinem Sohne Jesus Christ,
dem Geist auch, der uns Trost verleiht,
vordem, jetzt und in Ewigkeit.
Jochen Klepper (1939) nach »Iam lucis orto sidere« von Ambrosius
(333–397); EG 453

CANTICUM

Jesus Sirach 43,1–2.9–12.15.17a.16a.19.21–22.26b–28

Die Schönheit der Höhe, /
das klare Firmament und der gewaltige Himmel *
sind ein herrlicher Anblick.
Die Sonne geht auf /
und erglänzt in vollem Licht, *
ein staunenswertes Gestirn, das Werk des Höchsten.
Des Himmels Schönheit und Pracht sind die Sterne, *
ein strahlender Schmuck in den Höhen Gottes.
Durch Gottes Wort stehen sie geordnet da *
und ermatten nicht bei ihrer Nachtwache.
Schau den Regenbogen an und preise seinen Schöpfer; *
denn überaus schön und herrlich ist er.
Über den Himmelskreis erstreckt er sich in seiner Pracht, *
Gottes Hand hat ihn machtvoll ausgespannt.
Seine Allmacht ballt die Wolken zusammen *
und schlägt aus ihnen Hagelsteine.
Seines Donners Stimme lässt die Erde beben, *
mit seiner Kraft erschüttert er die Berge.
Auch den Reif schüttet er aus wie Salz *
und lässt Eisblumen sprießen wie Dornen.
Das Grün der Berge versengt er wie durch Hitze, *
die sprossende Flur wie durch Flammenglut.
Linderung für alles ist das Träufeln der Wolken, *
der Tau, der sich ergießt, um das Trockene zu erfrischen.
Und durch sein Wort vollzieht Gott seinen Willen. /
Sagten wir noch mal so viel, wir kämen an kein Ende; *
darum sei der Rede Schluss: Er ist alles!
Wir können ihn nur loben, /
aber nie erfassen, *
ist er doch größer als alle seine Werke.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn *
und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
CANTICUM-GEBET Ewiger Gott, die gesamte Schöpfung verkündet deine Größe. Du bist unbegreiflich und wir können dich nicht erfassen. Mach uns bereit, dich zu hören und zu loben.

Lesung

Markus 6,2b–3

Die vielen Menschen, die Jesus zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen! Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns?

Benedictus - Lobgesang des Zacharias

Antiphon:

Die Menschen, die Jesus zuhörten, staunten: Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist!

Bitten

Herr Jesus Christus, du bist der Sohn Gottes. Wir rufen zu dir:
A: Erfülle uns mit deinem Geist.
– Mach unser Leben weit, damit wir offen werden für dich.
– Bewahre uns davor, andere Menschen abzuurteilen und ihnen nichts zuzutrauen.
– Hilf uns, dich immer tiefer zu erkennen.

Vaterunser

In der Taufe werden wir zu neuen Menschen, die Gott erfahren dürfen. Als seine Kinder gehen wir zu ihm und beten:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Gott, segne uns mit einem Blick,
der nicht an der Oberfläche bleibt.
Segne uns mit einem Urteil, das sich nicht täuschen lässt.
Segne uns mit der Erfahrung, die in die Tiefe dringt.
Erfülle uns mit deinem Geist,
durch den wir uns und dich erkennen. Amen.

Ora et labora

Nur so gibt es eine Chance, Konflikte beizulegen: Zuhören, Bibel lesen, miteinander beraten, wieder zuhören, noch einmal miteinander beraten, den Frieden suchen, den anderen keine Lasten aufbürden, sich dem Heiligen Geist öffnen. Das ist der Weg. Einen anderen haben wir nicht.

Katharina Wiefel-Jenner (* 1958; Pfarrerin und Dozentin)

Schriftlesung

Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.

Allmächtiger Gott, dein Wort erweise an uns seine Kraft.

Lesung

Hebräer 12,4–7.11–15

Brüder und Schwestern! Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet und ihr habt die Mahnung vergessen, die euch als Söhne anredet: Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn, verzage nicht, wenn er dich zurechtweist. Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat.
Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet. Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?
Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen, sondern Schmerz; später aber schenkt sie denen, die durch diese Schule gegangen sind, als Frucht den Frieden und die Gerechtigkeit.
Darum macht die erschlafften Hände wieder stark und die wankenden Knie wieder fest und ebnet die Wege für eure Füße, damit die lahmen Glieder nicht ausgerenkt, sondern geheilt werden.
Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird. Seht zu, dass niemand die Gnade Gottes verscherzt, dass keine bittere Wurzel wächst und Schaden stiftet und durch sie alle vergiftet werden.

Impuls

Man geht heute in der Bibelwissenschaft davon aus, dass der Hebräerbrief zur Zeit der Verfolgung der Christen unter Kaiser Nero (64–70 n.Chr.) entstanden ist. Die hier erwähnte Züchtigung wäre dann eine Interpretation dieser Verfolgung als Erziehungsmaßnahme Gottes mit dem Ziel, dass die Menschen, die durch diese Schule gehen, gestärkt aus ihr hervorgehen. Man muss aber trotzdem die Frage stellen, warum denn Gott diese Verfolgung zulässt, warum er seine Christen in diese Situation bringt? Ist Gott wirklich einer, der Freude an der Züchtigung des Menschen hat? Oder hat die Verfolgung eher mit der Freiheit zu tun, die Gott seinen Menschen lässt, die sich in Freiheit entscheiden, andere Menschen zu verfolgen, zu foltern, zu töten? Wenn Jesus wirklich Mensch und Gott war, dann ist Gott leibhaftig mitgegangen an das Kreuz und in den Tod Jesu. Und ist auferstanden. Diese Sicht finde ich sympathischer und empathischer: Gott geht durch Leidsituationen mit hindurch, steht mit mir da drin, er macht die Hände stark und die erschlafften Knie fest, damit ich nicht versinke und untergehe und verzweifle und alle Hoffnung verliere. Ich glaube, dass das die Pädagogik Gottes ist: uns zur Hoffnung zu erziehen, zum Vertrauen auf seine Kraft in uns.

Evangelium

Markus 6,1b–6°

In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger folgten ihm nach. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen? Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.
Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort.

Impuls

In meiner Zeit als Seelsorger an unserem Gymnasium in Münsterschwarzach habe ich im Laufe der Jahre immer mehr Zweifel an dieser Art der Ausbildung bekommen. Auch wenn wir aus unserer christlichen Grundhaltung heraus die jungen Menschen versuchen ganzheitlich zu erziehen und jeden einzelnen Schüler als Menschen zu sehen, der nicht nur auf seine Leistungen reduziert werden darf, so ist doch das Abitur-Zeugnis am Ende der schulischen Laufbahn eine reine Leistungsaussage. Im Abitur wird erlerntes und abgefragtes Wissen beurteilt und benotet. Aufgrund dieser Noten entscheidet sich dann, wer was studieren darf und kann. Kurz gesagt: Man legt Menschen fest auf ihre Noten. Auf das, was sichtbar und sachlich nachprüfbar ist. Gleiches geschieht Jesus. Man legt ihn fest. Anhand sachlicher, nachprüfbarer Fakten meint man zu wissen, wer er ist: »Der kommt aus unserem Ort, die und die sind seine Schwestern, die Familie kennen wir.« Die Familie Jesu ist eine einfache, bodenständige Handwerkerfamilie. Solide, integriert in die Dorfgemeinschaft. Dann aber fällt dieser Jesus auf. Eine Weisheit scheint ihm inne zu wohnen und er hat die Kraft, Machttaten (Wunder) zu wirken. In ihm steckt scheinbar mehr als das, worauf man ihn festlegen wollte. Und jemand, der anders sein will als die anderen im Dorf, der wird abgelehnt. Aber Jesus ist sich seiner bewusst. Er weiß, dass es seine Berufung ist, ein Prophet zu sein. Berufung aber ist nicht sachlich nachprüfbar, beweisbar. Es gibt kein Propheten-Examen, das berechtigt, den Titel »staatlich geprüfter Prophet« zu tragen. Berufung geschieht im Dialog mit Gott – im Herz-Innen-Raum. Privat, intim. Egal, was Noten einmal über mich gesagt haben: Jeder von uns ist mehr als seine Noten, seine Leistungen, als das, worauf andere ihn festlegen. Es kommt darauf an, im Herzen, im Innen zu spüren, zu wissen, wer ich bin, was meine Berufung ist, was ich in die Welt zu tragen habe. Im Namen Gottes.

Gebet

Gott, mit jedem deiner Menschen bist du unterwegs. In jedem und durch jeden wirkst du in dieser Welt. Jedem Einzelnen hast du eine Berufung zugedacht. Manchmal fühlen wir uns zu klein, um diese auch meistern zu können. Geh du mit uns an diesem Tag, lass uns das Geschenk erkennen, das jeder von uns für diese Welt ist, und schenke uns ein offenes Herz, damit wir keinen nach dem Augenschein und dem äußerlich Sichtbaren beurteilen. Amen.

Abendlob

O Gott, komm mir zu Hilfe.
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit.
Amen. Halleluja. (entfällt in der Fastenzeit)

HYMNUS

Schon neigt der Tag dem Abend zu,
die Schatten werden länger.
Vergänglich ist, was uns umgibt,
du aber bleibst bestehen.

Im Tageslicht, das steigt und sinkt,
wird uns die Zeit bemessen,
bis uns der Tod hinüberführt,
wo alle Grenzen fallen.

Lob sei dem Vater und dem Sohn,
Lob sei dem Heil’gen Geiste.
Wie es von allem Anfang war,
jetzt und für alle Zeiten.
Nach »Rerum, Deus, tenax vigor«; Ambrosius († 397) zugeschrieben
Melodie: GL 462 · KG 46 (beide letzte Melodiezeilen entfallen)

PSALM 20

Verse 2–10

Der Herr erhöre dich am Tage der Not, *
der Name von Jakobs Gott möge dich schützen.
Er sende dir Hilfe vom Heiligtum *
und stehe dir bei vom Zion her.
An all deine Speiseopfer denke er, *
nehme dein Brandopfer gnädig an.
Er schenke dir, was dein Herz begehrt, *
und lasse all deine Pläne gelingen.
Dann wollen wir jubeln über deinen Sieg, /
im Namen unseres Gottes das Banner erheben. *
All deine Bitten erfülle der Herr.
Nun bin ich gewiss: *
Der Herr schenkt seinem Gesalbten den Sieg;
er erhört ihn von seinem heiligen Himmel her *
und hilft ihm mit der Macht seiner Rechten.
Die einen sind stark durch Wagen, die andern durch Rosse, *
wir aber sind stark im Namen des Herrn, unsres Gottes.
Sie sind gestürzt und gefallen; *
wir bleiben aufrecht und stehen.
Herr, verleihe dem König den Sieg! *
Erhör uns am Tag, da wir rufen!
PSALM-GEBET Starker Gott, du schenkst den Sieg über das Böse nicht durch Waffen und Macht. Stärke unseren Glauben, dann werden wir mit dir den Sieg erringen.

LESUNG

Hebräer 12,14–15

Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird. Seht zu, dass niemand die Gnade Gottes verscherzt, dass keine bittere Wurzel wächst und Schaden stiftet und durch sie alle vergiftet werden.

Magnifikat – Lobgesang Mariens

Antiphon:

Die Zuhörer Jesu sagten: Was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!

Fürbitten

Herr Jesus Christus, im Wissen um unsere Schwäche und Not bitten wir Dich:
A: Herr, erbarme dich.
– Hilf der Christenheit, sich immer wieder neu auf dein Evangelium zu besinnen.
– Erhalte in Europa den Frieden und die Bereitschaft, völkerverbindend zu handeln.
– Befreie die Welt vom Übel des Rassismus und des Terrors.
– Stehe denen bei, die im Sterben liegen, und gib ihren Angehörigen Trost.

Vaterunser

Gott reut das Unheil. Er will, dass alle das Leben und Heil finden. In diesem Vertrauen beten wir mit den Worten Jesu: Vater unser im Himmel …

Segen

Gott, strecke deine Hand aus, um uns zu retten.
Erhebe dich, um Unheil abzuwehren.
Komm uns zu Hilfe, um uns vor dem Bösen zu bewahren.
Segne uns, dass wir in dir feststehen und leben. Amen.